Er distanziert sich – Was du tun und was du besser lassen solltest

Er distanziert sich – die Höhle als Zufluchtsort

Die Höhlen-Momente.

Kürzlich fiel mir wieder der Bestseller „Men are from Mars, Women are from Venus“ von John Gray in die Hand. Ich blätterte darin und blieb beim Kapitel „Die Höhle als Zufluchtsort“ stehen.

Mein Gedankenkarussell versetzte mich zurück in die Zeit, in der meine Beziehungskrise ihren Anfang nahm.

Alles schien perfekt …

Mein Partner unterstützte mich, wo er nur konnte. Stundenlang würde er an einem Programm basteln, um mir bei meiner Studienabschlussarbeit zu helfen. Am Morgen würde er mir Frühstück zubereiten und meinen frisch-duftenden Kaffee aufkochen. Und abends würde er für uns etwas Leckeres zaubern, damit ich die Zeit für meine Masterarbeit nutzen konnte.

Allerdings gab es auch Dinge, die mir zunehmend Sorgen bereiteten … Momente, in denen er sich zurückzog und emotional von mir entkapselte:

  • Die zärtlichen Umarmungen nahmen weiter ab und der guten-Morgen-Kuss wurde nun zu einer Seltenheit. Eng aneinander geschmiegt mit mir gemeinsam einzuschlafen? Das war ihm anscheinend nicht mehr wichtig genug … stattdessen zog er es vor, bis lange in die Nacht zu arbeiten. *seufz*
  • Er lenkte sich verstärkt mit anderen Dingen ab (sei es Handy, PC oder Arbeit) anstatt, wie gewohnt, eine innige Zweisamkeit mit mir zu suchen.
  • Manchmal wirkte er abwesend, kalt und teilweise sogar desinteressiert. *autsch*
  • Am schlimmsten war es allerdings, wenn es zu einem Streit kam. Anstatt mit mir über das Problem zu sprechen und gemeinsam zu einer Lösung zu finden, würde er sich zurückziehen. Oder wie John Gray es beschreibt: in seiner Höhle verschwinden.

Ich war frustriert. Verletzt. Und verzweifelt zugleich.

Und vielleicht bist du es auch?

Frisst dich diese Ungewissheit, was in ihm vorgeht und warum er sich distanziert innerlich auf? Hast du das Gefühl, dass jeder Näherungsversuch in einem Desaster endet? Hast du es satt, dein Verlangen nach Nähe niemals gestillt zu wissen?

Dann ist dieser Artikel für dich.

Hier helfe ich dir zu verstehen, warum er sich zurückzieht. Außerdem zeige ich dir, was du auf keinen Fall tun solltest und gebe dir die richtigen Werkzeuge an die Hand, damit du wieder die emotionale Nähe herstellst, nach der du dich sehnst.(*Spoiler: das Falsche NICHT zu tun ist oft noch effektiver als das Richtige zu tun!*)

P.S.: Du kannst mir später dafür danken 🙂

WARUM ER SICH DISTANZIERT

# 1: DAS NÄHE-DISTANZ-DILEMMA ZWISCHEN MANN UND FRAU

Ich möchte das Problem nicht allein auf unser Geschlecht reduzieren. Und sicherlich gibt es Frauen, die sich mehr Distanz vom Partner wünschen als umgekehrt. In der Regel, haben wir Frauen allerdings ein größeres Bedürfnis nach Nähe. Männer hingegen häufig einen größeren Drang nach Unabhängigkeit und Distanz.

Solche Distanzphasen gehören zu einer gesunden Beziehung dazu. Du solltest dir in diesem Fall keine Sorgen machen, denn:

Männer sind wie Gummibänder. Wenn sie sich entfernen, gehen sie nur eine bestimmte Strecke weit und kommen dann mit Schwung wieder zurück. (John Gray)

# 2: ER HAT KEIN INTERESSE MEHR

Das kann gerade zu Beginn einer Beziehung passieren. Ihr befindet euch in der Kennenlernphase und er merkt, dass du doch nicht diejenige bist, nach der er sucht. Konsequenz: Er zieht sich zurück.

Das solltest du akzeptieren und nicht versuchen, ihm nachzulaufen. Wenn das Interesse schon von Anfang an wackelt, ist es sinnvoller, ihm Zeit einzuräumen und selbst auf Abstand zu gehen. Wenn seine kurzweilige Distanz nichts mit fehlendem Interesse zu tun hatte, wird er sich wieder bei dir melden.

Befindest du dich allerdings in einer festen Beziehung und er distanziert sich, könnten die folgenden Ursachen hinter seiner emotionalen Distanz stecken:

# 3: ER HAT EINE ANDERE FRAU KENNENGELERNT

Laut einer in der USA durchgeführten Umfrage waren 25-50% der Männer mindestens einmal im Leben untreu ihrer Partnerin gegenüber. (Quelle: General Social Survey USA)

Affären sind leider keine Seltenheit und können selbst die besten Paare treffen. Das wirst du sicher wissen.

Auch wenn du nicht 100% davor geschützt bist, dass dein Partner auf eine reizende Bekanntschaft trifft, die ihm den Kopf verdreht, hast du einen großen Einfluss darauf, ob es überhaupt dazu kommt.

Eine andere Frau ist nämlich häufig ein Symptom einer dysfunktionalen Beziehung.

Nur selten die Ursache.

Die Ursache, das Liebesglück woanders zu finden, entsteht viel mehr aufgrund:

# 4: FEHLENDE VERBINDUNG ZWISCHEN EUCH

Kurz gesagt: „Er fühlt es nicht mehr.“

Ein Stich ins Herz jeder Frau.

Die besondere Verbindung, die einst zwischen euch war, ist weg. Er merkt, dass irgendetwas anders ist. Und wenn du ehrlich zu dir bist, merkst du es auch.

Die Unbeschwertheit ist verflogen. Jeder seiner Schritte scheint dich zu kränken. Oder aufzuregen. Und dann nörgelst du. Er fühlt sich nicht gewollt.

Er fragt sich, ob du die Frau bist, in die er sich verliebt hat. Und wo sie nur geblieben ist.
Er zweifelt, ob er dich jemals wieder glücklich machen kann.
Er wundert sich, ob ihr überhaupt richtig füreinander seid.

Gerade auf dem Weg von der Verliebtheitsphase in die Realität, erleben Paare nicht selten diesen Umschwung. Der Grund basiert häufig auf:

# 5: VERBITTERUNG ÜBER NICHT ERFÜLLTE ERWARTUNGEN

Zu Beginn hast du ihn im großen Maße geschätzt. Er schien einfach alle Qualitäten für einen perfekten Mann mitzubringen. Und insgeheim hast du dich oft gefragt, wie um alles in der Welt du diesen Traumprinzen nur verdient hast.

Wie sieht es heute aus?

Kamen immer mehr Schönheitsmakel zum Vorschein, die der Illusion des Traumprinzen einen bitteren Beigeschmack verpassten? Vielleicht waren sie auch vorher da, du hast sie nur gerne übersehen.

So ging es mir zumindest.

Mit jeder unerfüllten Erwartung an meinen Prinz Charming stieg mein Groll.

Es gab Phasen, in denen ich mich ertappen musste, wie verbittert ich ihm gegenüber war. Dafür, dass er nicht mehr so ist, wie er zu Beginn war.

Ich dachte, er hat sich verändert.

Die Wahrheit ist: Wir haben uns beide verändert. Wahrscheinlich ich noch mehr als er.

Mein Groll stieg nicht täglich, sondern stündlich. Zumindest fühlte es sich so an.

Und sein Ausweg war die Flucht: die Höhle. Seine Flucht verursachte einen größeren Schmerz in mir, was ihn wiederum noch stärker von mir wegstoß.

Ein Teufelskreis.

Das ging solange, bis er irgendwann überhaupt nicht aus seiner Höhle herauskam. Da wusste ich, so kann es nicht mehr weitergehen.

In meiner Verzweiflung fing ich an, Dinge zu tun, die noch mehr Schaden anrichteten.

All diese Fallen, in die ich getappt bin, möchte ich dir nicht vorenthalten. Damit dir nicht das Gleiche passiert, wenn sich dein Partner distanziert.

5 ½ FALLEN, IN DIE DU NICHT TAPPEN SOLLTEST, WENN ER SICH DISTANZIERT

# 1: Gedankenkarussell zulassen.

Gedankenkarussell emotionale Distanz

Einer meiner anfänglichen Fehler war es, zu viel in seine „kurzweiligen“ Ausflüge zur Höhle zu interpretieren.

Als klassischer Overthinker malte ich mir sofort Szenarien aus, was wohl in seinem Kopf vorgeht. Habe ich etwas falsch gemacht? Ist er sauer auf mich? Warum ist er bloß so still? Warum zieht er sich zurück?

Dabei hat seine Stille oft nicht im Geringsten etwas mit mir zu tun gehabt. Sondern mit seinem Wunsch, ab und zu die Dinge für sich selbst zu sortieren.

Stichwort Nähe-Distanz-Dilemma.

Solange diese nicht zu einer langanhaltenden Distanz führt, solltest du deinen Kopf nicht mit unnötigen Gedanken nähren.

# 2: Ihm Vorwürfe für seine emotionale Abwesenheit machen.

Gandhi sich beschweren emotionale Distanz

„Früher sind wir gemeinsam schlafen gegangen. Warum musst du in letzter Zeit immer so lange bis in die Nacht arbeiten? Du weißt doch, dass ich morgens früh aufwachen muss.“

„Warum bist du immer so still, wenn ich über unsere Probleme sprechen möchte?“

„Kannst du dein Handy nicht mal für fünf Minuten beiseitelegen? Es geht hier schließlich um UNS!!!“

Das alles waren hoffnungslose Hilfeschreie, meinen Partner zu motivieren, die emotionale Distanz bzw. sein Schweigen zu brechen.

Gescheitert bin ich daran. Grandiös.

Wie Gandhi sagt, sich über ihn zu beschweren oder ihm Vorwürfe zu machen, wird dich nirgendwohin bringen. Es wird ihn noch mehr wegstoßen.

# 3: Wachsende Distanz einfach ignorieren.

Probleme ignorieren Huxley Distanz

Vielleicht kommst du dann auf die Idee, die fehlende emotionale Nähe komplett zu ignorieren?

Genau das tat ich – vor lauter Ratlosigkeit. Insgeheim hoffte ich, all unsere Probleme würden sich irgendwann von ganz alleine lösen. Puff und weg.

Ja, ich weiß. Ein wenig naiv.

Meine verletzten Gefühle zu unterdrücken und so zu tun, als ob alles in bester Ordnung wäre, war letztendlich das, was das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Irgendwann mündete es nur noch in:

# 4: Drama, Baby, Drama!

Bruce Darnell Drama Baby Drama emotional

Mich hat das alles so fertig gemacht, dass ich immer wieder in verzweifelten, nach-Liebe-ringenden Tränenausbrüchen geendet bin.

Das sah in etwa so aus: „Früher hast du mir noch liebevolle Kosenamen gegeben. Die habe ich schon ewig nicht mehr aus deinem Mund gehört!“

Manchmal rollten mir auch einfach Tränen über die Wangen, während wir schweigend nebeneinander saßen und emotional, gefühlt, Lichtjahre voneinander entfernt waren. Er bemerkte meine Tränen natürlich, traute sich aber irgendwann nicht mehr zu fragen, was mit mir los war. Zu groß der Schmerz, er könnte keine Lösung für uns finden.

Bekommen habe ich damit nicht, was ich wollte!

# 5: Noch mehr für ihn machen.

Einer der beliebten Fehler, die wir Frauen machen, um die Liebe und Nähe unseres Liebsten zu bekommen:

Noch mehr für ihn tun.

Entweder du überhäufst ihn mit allerlei Liebesgeständnissen, süßen Nachrichten und Überraschungen, die ihn noch mehr erdrücken und weiter wegstoßen und eine gesunde Nähe-Distanz Balance in der Beziehung erschweren. Und dich obendrein auch mit einem scheußlichen Gefühl zurücklassen. Und unseren Schmerz nur noch vergrößern.

Yap! Auch ich gehörte dazu. Ich bekenne mich schuldig.

Mutterkomplex Mutterrolle emotionale Distanz

Oder wir fangen an, den Partner anderweitig im großen Maße zu unterstützen. In der Hoffnung, dass er erkennt, wie toll wir sind und uns wieder ins Herz schließt. Damit tappen wir häufig in die die Mutter-Rollen-Falle.

Erwischst du dich auch manchmal dabei? Dann solltest unbedingt diesen Beitrag lesen:

# Lesetipp: Geliebte vs. zweite Mama – Wer bist du?

Im Grunde ist nichts daran verkehrt, zu geben. Wenn du ohne Erwartungen gibst.

In der Regel erwartest du aber häufig etwas zurück. Es ist also eher ein „Geben um zu Empfangen“. Und wenn die Liebe, die du dir dadurch erhoffst, nicht erwidert wird, bist du verbitterter als vorher.

Ich war es zumindest.

Diese Verbitterung ging an meinem Partner natürlich nicht vorüber. Er kannte mich inzwischen viel zu gut. Selbst dann, wenn ich meinen Frust nicht wie in Punkt # 2 oder # 4 zum Ausdruck gebracht habe.

Er distanzierte sich noch mehr. Und bäääm. Da war ich wieder. Meilenweit entfernt von ihm.

5 ½: „FRÜHER!“

Noch ein kleiner Tipp, eurer Abwärtsspirale ein Ende zu setzen: Am besten streichst du das Wort „früher“ aus deinem Vokabular.

Bitte fokussiere dich nicht darauf, die Situation von heute mit der von gestern abzugleichen. Nutze deine Energie, um das, wonach dein zartes Herz sich sehnt, heute zu kreieren und zukünftig zu erhalten. 

Mit folgenden Strategien:

6 ½ WEGE EMOTIONALE NÄHE HERZUSTELLEN, WENN ER SICH DISTANZIERT

# 1: AKZEPTANZ UND RÜCKZUG

Du hast dir vielleicht meine Ratschläge oben durchgelesen und einige eventuell schon ausprobiert und trotzdem festgestellt: Die Umsetzung will nicht gelingen.

Du wolltest einfach nur lieb sein und ihm deine Liebe bekunden (Achtung! Siehe Punkt 5 bei den DON’Ts!), von ihm kam aber keine Nachricht zurück. Vielleicht weil er verunsichert ist. Vielleicht weil er dir keine falsche Hoffnungen geben möchte, solange er so verunsichert ist. Vielleicht, weil er die Nachricht noch nicht gelesen hat …  Und schon wieder lodert das Feuer in dir. Du fragst dich: „Warum ignoriert er mich? Bedeutet es, dass er mich nicht liebt?“

Du gehst mit ihm aus und möchtest einfach einen unbeschwerten Abend wie damals. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass er sich dir gegenüber nicht wie damals verhält. Er ist vielleicht kalt. Und abweisend. Das bricht dein Herz. Das Drama ist vorprogrammiert …

Keine Sorge. So ging es mir auch. Eine ganze Weile sogar.

Bis ich eine Sache verstanden habe:

Ich habe in all den Monaten einen Riesensack voll mit Frust, Verbitterung und Enttäuschung angesammelt, der mich jedes Mal erdrückt, wenn ich Kontakt zu meinem Liebsten suchen.

Wenn es einen Weg gibt, um all die DON’Ts aus dem vorherigen Abschnitt mit einem Schlag zu stoppen, dann ist es dieser: Seinen Wunsch nach Distanz akzeptieren und sich selbst zurückziehen.

Kein Kontakt. Kein Drama. Keine Vorwürfe. 🙂

Easy, oder?

Du denkst dir vielleicht „Warte, warte … und was ist, wenn dadurch die Distanz noch größer wird?“

Darüber habe ich mir ebenfalls den Kopf zerbrochen. Zumal ich nicht nur mit emotionaler, sondern auch räumlicher Distanz zu kämpfen hatte, da uns zu dem Zeitpunkt Kontinente trennten.

Aber weißt du was?

Erst als ich mir für einige Monate Zeit genommen haben, meinen Sack, gefüllt mit allerlei negativen Emotionen, zu entpacken, war ich tatsächlich in der Lage, mit all den Dingen aufzuhören, die unserer Beziehung mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften.

Ja, du hast richtig gelesen. MONATE! Monate mit teils nur einem Skype-Gespräch. Und trotzdem haben wir wieder zueinandergefunden.

Mach dir daher keinen Kopf und zieh dich zurück, wenn du immer wieder feststellst, dass der emotionale Ballast für dich zu groß wird.

# 2: KLARHEIT VERSCHAFFEN & GRENZEN SETZEN

Nutze deinen Rückzug, um in dich selbst zu gehen und dir Klarheit zu verschaffen. Überlege dir, was du dir gefallen lassen möchtest und wo es zu weit geht. Habe klare Grenzen und verliere dich nicht in all dem Dilemma.

Das bist du dir schuldig.

Außerdem wird diese Übung dir helfen, ihm wieder auf Augenhöhe zu begegnen. Das ist genau das, was er sich wahrscheinlich auch am meisten von dir wünscht. Eine Frau, die ihren Selbstwert kennt. Und ihn auch ausstrahlt.

Und du wirst dich nicht mehr so scheußlich fühlen, seiner Liebe ausgeliefert oder auch nur in irgendeiner Form anhänglich zu sein.

Hier ein paar Fragen für dich zur Anregung:

  • Was hat euch in die Situation gebracht?
  • Welche Erwartungen hast du an eine Beziehung?
  • Was sind deine Bedürfnisse/Wünsche? Was fehlt dir in der Beziehung?

Die letzten Wochen, vielleicht sind es bei dir Monate, vielleicht aber auch viele Jahre haben dich emotional ausgelaugt.

Du willst loben. Kannst aber nur kritisieren.
Du willst lachen. Kannst aber nur weinen.
Du willst lieben. Bist aber verbittert.

Und das ist auch kein Wunder, wenn man berücksichtigt, durch welche emotionale Hölle du gehen musstest.

Um deinen Liebesbrunnen wieder aufzufüllen, möchte ich, dass du einfach all die Dinge machst, die in letzter Zeit in den Hintergrund gerückt sind.

  • Geh wieder tanzen.
  • Male dieses Bild, was du dir schon seit Wochen vornimmst.
  • Schnapp deine beste Freundin und gehe in das gemütliche Café, was du vor kurzem entdeckt hast.
  • Ja, kauf dir dieses Kleid, was deine Augen aufleuchten lässt. Unbedingt!
  • Buch dir diesen Trip nach Santorini, von dem du schon seit Jahren träumst.

Was auch immer dein Herz erfreut, mach es. Lenk dich ab und sei nicht 24/7 in Gedanken bei ihm. Ok, ich weiß. Es wird dir am Anfang schwer fallen. Aber es wird dir gut tun. Glaube mir.

Sei gut zu dir, meine Liebe.

Wenn du mit Liebe erfüllt bist, bist du auch erst in der Lage ihn zu lieben. Zu geben ohne zu erwarten. Selbstlos. Rein.

# 4: EINE EINLADUNG SEIN

Lass mich dir ein Bild malen:

Er distanziert sich, du gehst auf Abstand und tust all die Dinge für dich, die ich beschrieben habe.

Da du ihm viel bedeutest, macht er einen Schritt auf dich zu.

Jetzt erinnerst du dich, wie unfair es doch von ihm war, sich überhaupt zu distanzieren. Und dich solange warten zu lassen. Du antwortest sarkastisch: „Na, das hat aber gedauert.“

Mach bitte, bitte diesen Fehler nicht.

Spiele nicht dieses manipulative Katz-und-Maus-Spiel.

Wenn er wieder auf dich zukommt, sei eine Einladung. Ein „Ich freue mich von dir zu hören, Liebster.“ wird ihn viel mehr motivieren, dich beim nächsten Mal anzuschreiben.

Sei ihm auch nicht verbittert gegenüber, weil er sich distanziert. Er ist auch nur ein Mensch. Mit eigenen Sorgen. Unsicherheiten. Und Fehlern.

# 5: Emotionale Sicherheit aufbauen

Denk mal an die Zeit zurück, in der ihr euch kennengelernt habt. Oder an eine sehr glückliche Zeit danach. Wie warst du da?

Wahrscheinlich sprühtest du nur so von positiver Energie. Jeder seiner Witze brachte dich so zum Lachen, dass du dir fast in die Hose machen musstest. Du warst spielerisch. Du konntest nicht genug von ihm bekommen und hast genau das mit jedem deiner Schritte ausgestrahlt.

Du gabst ihm das Gefühl, dass er dich zur glücklichsten Frau der Welt macht. Und das hat ihn mit Stolz erfüllt.

Wie sieht es heute aus? Was bekommt er heute von dir zu sehen oder zu hören?

Seine Schwachpunkte? Kritik? Vorwürfe? Emotionale Tränenausbrüche, die ihm signalisieren, wie unglücklich er dich macht?

All das hat stark an seiner Selbstwahrnehmung gerüttelt. Damit er sich dir gegenüber wieder öffnen kann, solltest du folgende drei Regeln beherzigen:

  • Ihn mit Lob belohnen für die Dinge, die er toll macht.
  • Dankbarkeit zeigen, selbst für die kleinsten Dinge, die er für dich macht.
  • Ihm Respekt erweisen.

# 6: Mit ihm sprechen

Erst wenn es dir gelungen ist, emotionale Stabilität in dir selbst als auch mit deinem Partner herzustellen, hast du den richtigen Nährboden für eine Aussprache. Jetzt kannst du all die Dinge ansprechen, die du dir in Punkt 2 überlegt hast.

Frage ihn, was ihn am meisten verletzt hat und wo er sich nicht von dir geliebt gefühlt hat. Finde heraus, warum er sich distanziert hat. Und versucht gemeinsam Lösungen zu entwickeln, damit ihr euch nicht wieder voneinander distanziert.

Initiiere das Gespräch nicht vorher, da ihr sonst womöglich nie aus der Abwärtsspirale und der negativen Stimmung rauskommt.

Ich weiß, wovon ich spreche.

# 6 ½: GEDULD. GEDULD. GEDULD.

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Lass dich nicht aus der Fassung bringen, wenn der Erfolg nicht einschlägt wie eine Bombe. Manchmal siehst du Erfolge schneller. Ein anderes Mal werden sie länger auf sich warten lassen. Und teilweise wirst du das Gefühl haben, deinem Ziel kein Stück näher zu kommen.

Lass dich nicht verunsichern. Es ist normal.

Emotionale Distanz entsteht nicht über Nacht. Genauso wenig verschwindet sie über Nacht.

Ich wünscht ich könnte dir deinen Schmerz verkürzen, aber ich fürchte, dafür gibt es keine Zauberformel.

Wenn du allerdings meine Tipps befolgst, wirst du nach und nach Früchte sehen.

Solltest du trotz aller Bemühungen und viel Geduld keine Veränderung spüren: Dann lerne loszulassen. In der Liebe lässt sich leider nichts erzwingen.

Sei dir gewiss: Wenn er der Richtige für dich ist, wird er den Weg zu dir finden. Wenn nicht, dann räumt er ihn frei für den Richtigen. Ich verstehe, es ist absolut kein Trost für dich aktuell. Aber langfristig kannst du nur gewinnen.

Auch wenn es im ersten Moment weh tut.

von Herz zu Herz

deine Kristina

6 Comments
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14. September 2019

6 Comments

  • Sarah

    Ein sehr schöner Beitrag mit hilfreichen Tipps. Es tut mit Leid dass du solchem Schmerz durchmachen musstest und bin stolz auf dich, dass du daraus eine ganze Menge gelernt hast und mit diesem Know-How uns Frauen weiterhilfst, um uns das Leid zu ersparen oder falls geschehen, da heraus zu helfen und nicht zu resignieren. Danke, du kleiner Engel ❤

    • Kristina

      Liebe Sarah,
      ich danke dir für die lieben Worte. 😍
      Und drücke dich.

      Liebe Grüße
      Kristina

  • Larissa

    Ein super Beitrag!
    Ich war sehr auf den 1/2 Tipp gespannt und ich finde in den Kriesensituationen sollte man tatsächlich das Wort „früher“ sein lassen. Danke für diesen Tipp! Vielleicht kann man es in einer guten Phase wieder einführen um in schönen Erinnerungen zu schweben..und das eher bezogen auf Erlebnisse und nicht die Charakterzüge.

    • Kristina

      Liebsten Dank, Larissa.
      Da hast du natürlich recht! In früheren (positiven!) Erinnerungen gemeinsam schwelgen, kann super heilend sein.

      Danke dür die Ergänzung, Liebes. 👍❤

  • Lenusik

    Interessant…In diesen Fallen kann sich bestimmt jede Frau hier und da wiedererkennen. Mein „Favorit“ ist die Falle Nummer 1… Wir Frauen neigen dazu, in gewisse Dinge bzw. Situationen zu viel rein zu interpretieren.

    • Kristina

      Kenne ich zu gut!

      Herzliche Grüße
      Kristina

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