Beziehungsprobleme lösen? Kein Problem! Der ungewöhnliche Guide

BEZIEHUNGS-PROBLEME?

Kein Problem!

Der ungewöhnliche Guide, Beziehungs-probleme zu lösen

Beziehungsprobleme lösen

BEZIEHUNGSPROBLEME lösen: Die MYthen

Es gibt da einen Mythos. 

Ein Mythos, der nicht nur von uns Leihen immer wieder geglaubt, verbreitet und praktiziert wird. 

Sondern selbst von den meisten erfahrenen Paarberatern als Allheilmittel im Kampf gegen jegliche Beziehungsprobleme und Beziehungskrisen eingesetzt wird. 

[Genauer gesagt, sind es zwei Mythen, die allerdings stark zusammenhängen.]

Du fragst dich, was sich dahinter verbirgt?

Ich sage es dir:

Mythos # 1: BEZIEHUNGSPROBLEME MIT eineR guteN Kommunikation lösen

 

Dieser Irrglaube verleitet viele Paartherapeuten dazu,

  • Paaren eine sensiblere Kommunikation einzutrichtern (wir kennen alle diese Tipps wie „Ich anstatt Du-Botschaften“)
  • die Streitenden aufzufordern, keine Vorwürfe und Anschuldigungen zu gebrauchen
  • Paare zu lehren, aktiv zuzuhören, um eine verständnisvollere und sichere Atmosphäre zu kreieren.  

Alles gute Mittel, könnte man meinen. Richtig?

Allerdings haben sie alle ein Problem: Sie funktionieren häufig nicht!

Und nicht nur das.

Noch schlimmer: 

Die Glorifizierung der Kommunikation als Allheilmittel zur Behebung jeglicher Beziehungsprobleme ist einer der Hauptgründe, warum die meisten Paartherapien scheitern. 

Erstaunt? Klingt unglaubwürdig, oder?

Aber genau dieses Bild malt die Realität.

Ein Beispiel: Die Ehetherapie von Neil Jacobson (University of Washington), die zu den besten Ehetherapien mit Fokus auf Kommunikation und Konfliktbewältigung gehört, weist nur eine Erfolgsquote von 35% auf. Im ersten Jahr. Im zweiten Jahr liegt sie nur noch bei ernüchternden 18%.

John Gottman, einer der größten Beziehungsforscher unserer Zeit sagt dazu:

Der größte Mythos von allen ist vielleicht, dass Kommunikation – genauer gesagt, das Erlernen einer Konfliktbewältigung – der goldene Weg zu Liebe und einer lang währenden glücklichen Ehe sei.
(John Gottman)

Und ich stimme diesem Mann nicht nur zu, weil er sich damit sein Leben lang beschäftigt, Paare mehr als 40 Jahre in einem Ehelabor untersucht und ihre gesunden oder toxischen Verhaltensweisen seziert, Scheidungen mit einer sagenhaften Trefferquote von 91% vorhergesagt hat und demnach einfach vertrauenswürdig ist. PUNKT. 

Sondern auch, weil ich es in meiner eigenen Beziehungskrise erlebt habe.

Anfänglich habe ich genauso geglaubt, dass Kommunikation der Schlüssel für all meine Beziehungsprobleme ist. Daher habe ich sogar diesen Kommunikationsguide designet: Kannst dir gerne hier herunterladen.

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Melde dich hier an und sicher dir Meinen kostenfreien Kommunikationsguide:

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Und dann fand ich mich in Situationen wieder, in denen ich mich mit meinem Partner nicht mehr über das Beziehungsproblem an sich gestritten habe (z.B. seine emotionale Distanz), sondern darum, wer in diesem Moment, wie falsch oder wie richtig kommuniziert hat.

Kennst du das?

Mythos # 2: In einer glücklicheN Beziehung WERDEN ALLE Beziehungsprobleme gelöst

Für eine glückliche Beziehung müsst ihr auch nicht zwangsläufig all eure Beziehungsprobleme lösen. 

Lass mich weiter ausführen, was das genau heißt: 

1. ES GIBT IMMER UNLÖSBARE BEZIEHUNGSPROBLEME

Jedes Paar hat und wird Konflikte haben, die unlösbar sind und es wahrscheinlich immer bleiben werden. PUNKT.

Beispiele: 

  • Du willst dich sesshaft machen, dein Partner will mit seinem 70-Liter-Backpack um die Welt reisen.   
  • Er möchte am liebsten fünf Mal am Tag Sex, für dich reicht Sex einmal die Woche.
  • Du lebst dein Leben nach dem Ordnungsstil von Marie Condo, dein Partner kommt zu spät zur Arbeit, weil er mal wieder seine Socken nicht finden konnte. 

Und mache dir nichts vor, solche ewigen Beziehungsprobleme gibt es in JEDER Beziehung. Ob mit deinem aktuellen Partner oder einem anderen.

Der Psychologe Dan Wile sagt dazu: Wenn du einen Partner wählst, dann wählst du zwangsläufig auch eine bestimmte Anzahl unlösbarer Probleme, mit denen du dich die nächsten zehn, zwanzig oder fünfzig Jahre auseinandersetzen musst. 

Der Erfolg deiner Beziehung hängt letztendlich nicht davon ab, ob deine Beziehung solche unlösbaren Konflikte aufweist.

Denn das tut sie. IMMER.  

Sondern davon, wie schwerwiegend diese Probleme sind und wie ihr beiden mit diesen unlösbaren Beziehungsproblemen umgeht:

Schlechte Beziehungen sterben an solchen Beziehungsproblemen. Glückliche Paare hingegen schaffen es, einen Weg zu finden, ewige Beziehungsprobleme zu lösen. 

Der erste Schritt ist, das ewige Beziehungsproblem als solches zu erkennen und zu akzeptieren. Mehr zu diesem Thema findest du in meinem Artikel "Gehen oder bleiben": 

# LESETIPP:
Gehen oder bleiben?
Von guten und vermeintlich guten Gründen

2. BEZIEHUNGSPROBLEMEN AUS DEM WEG GEHEN KANN SOGAR FUNKTIONIEREN

Du kannst sogar Beziehungsproblemen komplett aus dem Weg gehen und trotzdem mit ihm glücklich sein!

Ebenfalls eine Erkenntnis von John Gottman.

Voraussetzung: Wenn dieser Ansatz für euch beide funktioniert. Problematisch wird es, wenn einer immer alles ausdiskutieren will und der andere nicht. (Was häufig der Fall ist ...)

Ich gebe zu, ich persönlich kann es mir schwer vorstellen, wie solch ein Weg langfristig funktionieren soll. (Aber ich gehöre auch zu denen, die immer alles ausdiskutieren müssen.)

Beziehungsprobleme, die sich über Jahre anstauen, sind meiner Meinung nach eine tickende Zeitbombe, die irgendwann explodiert. Daher würde ich immer den Weg wählen, diese vorher zu entschärfen. (Wie gesagt, mein Weg.)

Aber, wenn ihr beide zu der Sorte gehört, euch nie über Beziehungsprobleme auszusprechen und trotzdem glücklich zu sein, würde ich eher dem Experten Gottman vertrauen als meiner, doch sehr subjektiven Meinung. 

Ich nehme allerdings an, dass du nicht zu den Paaren gehörst, sonst wärst du ja nicht hier ...

Wann ich diese tickende Zeitbombe allerdings niemals entschärfen würde:

3. Der völlig falsche Zeitpunkt, Beziehungsprobleme zu lösen: MITTENDRIN 

Zum Beispiel, wenn du dich bereits mitten in einer Beziehungskrise befindest und oder noch schlimmer, mit den Gedanken Trennung, „Gehen oder bleiben?“, bzw. „Um die Liebe kämpfen?“ spielst.

Mit deinem Fokus auf "Beziehungsprobleme lösen" nährst du einen Mammut voller Beziehungsprobleme. Dieser überwältigt nicht nur dich, sondern raubt auch deinem Partner die letzte Hoffnung.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Dass dieser Weg häufig mehr Schaden anrichtet als Nutzen stiftet. 

Widerstehe der Versuchung, dieselben Beziehungsprobleme immer wieder anzusprechen. Vor allem, wenn ihr euch dabei nur im Kreis dreht, festgefahren in eurer Standposition, die eigenen Argumente ständig runterbetend, aber keinen Schritt vorankommt.




Am Ende des Tages hast du zwei Möglichkeiten: Dich auf das zu fokussieren, was euch entzweit oder was euch verbindet.

Glaube mir, das wird euch noch mehr frustrieren und schließlich zu einer Trennung führen. Mit jedem neuen Gespräch wird das Vertrauen in euch als Paar von dem Mammut aufgefressen, sodass am Ende nichts mehr übrigbleibt.

BEZIEHUNGSPROBLEME LÖSEN: 
WARUM DIESE METHODEN NICHT FUNKTIONIEREN

Du fragst dich vielleicht "WHAAAT?" Das widerspricht ja allem, was ich bisher dazu gehört habe! 

Kristina, was erzählst du da? Warum sollten diese Maßnahmen nicht funktionieren?

Zwei simple (mögliche) Erklärungen:

# 1: Weil sie zu spät kommen

Vielleicht würden diese traditionellen Methoden mehr fruchten, wenn Paare ihre Beziehungsprobleme frühzeitig identifizieren würden. Allerdings passiert das in den seltensten Fällen.

Du kennst es bestimmt, oder?

Beziehungsprobleme stapeln sich über Wochen und Monate zu einem Riesenhaufen an. Sie werden ignoriert, unter den Tisch gekehrt. Erst wenn es wirklich kracht und Paare sich mitten in einer Beziehungskrise befinden, wird Therapie (und damit einhergehend Konfliktbewältigung- und Kommunikationsstrategien) als der letzte Ausweg in Betracht gezogen. 

beziehungsprobleme lösen beziehungskrise

Und wenn du dann Konfliktbewältigungs- und Kommunikations-Unterrichtsstunden an die Hand bekommst, ist es genauso hilfreich, wie wenn ich dir beim Fallschirm öffnen eine Anleitung zum Durchlesen gebe. Nicht wahr?

Paare in solchen Situationen sind schon im freien Fall. Und brauchen andere, effektivere, „schnellere“ Methoden. Oder hast du toxische Verhaltensweisen jemals über Nacht verändern können? Vor allem, wenn du so gefrustet warst, dass du sie nichtmal ändern wolltest?

Anders ausgedrückt: Wenn die Bombe bereits geplatzt ist, ist es zu spät nach Mitteln zu suchen, sie zu entschärfen.

Du kannst lediglich aus dieser Situation lernen und sie beim nächsten Mal entschärfen bevor sie explodiert. (Und dabei kann dir eine gelungene Kommunikation auf jeden helfen, aber sie allein wird dich keineswegs zu einer glücklichen Beziehung führen.)

# 2: DAS URSACHEN-WIRKUNGS-PRINZIP

Diese Methoden funktionieren nicht, weil sie nicht an der Ursache ansetzen. Sondern an der Wirkung.

Sie helfen dabei, Beziehungsprobleme in einer geordneten, friedlicheren Art zu thematisieren.  

Und damit versuchen sie, die Auswirkung der Beziehungsprobleme zu begrenzen (Wutausbrüche vermeiden, Stillstand vorbeugen, Kommunikationslosigkeit auflösen). 

Die Ursache bleibt allerdings weiter ungelöst. 

Und nicht nur das.

Ich gehe weiter und behaupte, sie vergrößern sogar durch ihre distanzierte, von Regeln bestimmte Art das eigentliche Problem und die Hauptursache.

Hauptursache von BEZIEHUNGSPROBLEMEN

beziehungsprobleme lösen emotionale Verbindung

Die Mehrheit aller Beziehungsprobleme und Konflikte führt nicht auf eine schlechtere Kommunikation zurück. Sondern auf die fehlende emotionale Verbindung zu deinem Partner.

Das ist die wahre Wurzel allen Übels. 

Das, was du dir am sehnlichsten wünschst, mit deinem besten Freund in engem emotionalen Austausch zu stehen, ist plötzlich in Gefahr.

Und du verfällst in Panik.

Eine Panik, die dich lähmt und oft vergessen lässt, was eine gute Kommunikation ist oder wie Konflikte "diplomatisch" zu lösen sind. 

Tief in deinem Unterbewusstsein und in deinem Gehirn (für die Freaks unter uns, die es genauer wissen wollen: über die sogenannte Amygdala), wird diese Angst, die Verbindung zur wichtigsten Vertrauensperson zu verlieren, getriggert.  

Und du reagierst automatisch. Ohne darüber nachzudenken, ob du Ich oder Du Botschaften verwendest.

Manche von uns werden in solchen Situationen fordernd:

  • „Warum distanzierst du dich von mir?“ 
  • „Wenn ich es dir nicht 100 Mal sage, dann geschieht doch gar nichts hier in diesem Haus!“

Andere hingegen distanzieren sich (häufig unsere Männer) in der Hoffnung, die Situation auf diese Weise zu entschärfen. Sie verdrängen lieber ihre Beziehungsprobleme, anstatt die Büchse von Pandora zu öffnen. 

Ihr seid beide angeschlagen und beängstigt, habt aber unterschiedliche Arten entwickelt, mit euren Ängsten und Schattenseiten umzugehen. Du beschuldigst ihn, er zieht sich zurück. All diese Strategien sind in Wirklichkeit nur eins: Ein Schrei nach Liebe, und zwar in Form einer engen emotionalen Verbindung

Lass uns mal einen Blick auf die wichtigsten Beziehungsprobleme werfen und das Problem dahinter beleuchten. 

Dann erkennst du, was ich meine. 

HÄUFIGE BEZIEHUNGSPROBLEME:
EIN BLICK HINTER DIE KULISSEN

# 1: Unlust & fehlende Leidenschaft

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Paula und Tim haben schon seit Monaten Probleme im Bett. Ihr Dauerstreit dreht sich darum, dass Tim so fordernd ist. Und Paula immer müde oder nicht in Stimmung dafür ist. 

Tim beschwert sich: „Ich habe das Gefühl, dass ich dich für Sex jagen muss. Als ob du es nur mir zuliebe machst und selbst keinen Spaß dran hast.“ 

Paula entgegnet: „Ich fühle mich so allein in der Beziehung. Und kann dann nicht einfach mit dir schlafen und so tun, als ob alles in bester Ordnung ist.“

Was steckt hinter dem Beziehungsproblem wirklich? Fehlende emotionale Verbindung:

Paula fühlt sich alleingelassen und verliert infolgedessen die Lust im Bett. Tim ist nicht wirklich auf den Orgasmus aus, sondern möchte durch den Sex auch nichts anderes als Paula wieder näherkommen. Je mehr sich Paula ihm verweigert, desto mehr fühlt er sich wie ein unattraktiver Versager.

# 2: Eifersucht & Betrug

beziehungsprobleme lösen Eifersucht

Weil es mit Paula schwierig läuft, bleibt Tim immer länger auf der Arbeit. Und dann hat er neulich von der neuen Kollegin erzählt, mit der er gemeinsam auf eine Messereise in 2 Wochen fährt. 

Paula, wohlwissend, wie schlecht es um ihre Beziehung steht, fragt sich immer mehr, ob hinter Tims Abwesenheit mehr als sehr viel Arbeit steckt. Und dann checkt sie heimlich sein Handy ... 

Was steckt hinter dem Beziehungsproblem wirklich? Fehlende emotionale Verbindung:

Sie öffnet Paula die Tür zur Eifersucht und den Zweifeln an seiner Treue. Tim ist frustriert über die verlorene Verbindung zu Paula. Wenn er nach Hause kommt, holt ihn die traurige Realität wieder ein. Also zieht er sich zurück. Und bleibt lieber da, wo er sich nicht als Versager vorkommt und die Bestätigung bekommt ...

# 3: Kommunikationslosigkeit

Paula fordert: „Warum kann ich kein normales Gespräch mehr mit dir führen? Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich einsamer mit dir bin als allein. Warum distanzierst du dich von mir?“ 

Tim fühlt sich noch mehr unter Druck gesetzt. Wie betäubt. Und weiß nicht, was er tun soll. Er fühlt sich hoffnungslos. Also schaltet er ab. Und resigniert. 

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Was steckt hinter dem Beziehungsproblem wirklich? Fehlende emotionale Verbindung:

Während du dich einsam fühlst und das Gefühl hast, er verliert das Interesse an euch, ist er in Wirklichkeit genauso über die fehlende Verbindung terrorisiert. Sein emotionaler Rückzug ist Ausdruck seiner Angst, dich zu verlieren. Genauso wie du dir nicht anders zu helfen weißt, als fordernd zu werden, weiß er nicht anders damit umzugehen, als auf Abstand zu gehen.

# 4: Haushalt & Alltag

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Paula fährt fort: „Er ist immer so beschäftigt. Mit allem anderen, seiner Arbeit, seinen Hobbies, Freunden. Selbst wenn er daheim ist, ist er am Computer oder sitzt vor der Glotze. Ich habe das Gefühl, als ob ich seine Mutter bin. Alles bleibt immer an mir hängen. Nicht mal den Müll kann er rausbringen.“ 

# LESETIPP:
MUTTERROLLE IN BEZIEHUNG:
GELIEBTE VS. ZWEITE MAMA

Tim erwidert: „Ich fühle mich so nutzlos zu Hause. Also verstecke ich mich hinter meinem Computer oder meiner Arbeit. Da bin ich wenigstens jemand. Ich habe das Gefühl, dass sie mich überhaupt nicht mehr liebt. Egal, was ich mache, alles ist falsch.“

Was steckt hinter dem Beziehungsproblem wirklich? Fehlende emotionale Verbindung: 

An der Oberfläche könnte man meinen, drehe es sich um den nicht herausgetragenen Müll. Oder um Tims fehlendem Engagement im Haushalt. In Wirklichkeit geht es hier Paula um die fehlende Zweisamkeit und die Wertschätzung ihres Partners. Tim ist genauso darüber frustriert und versteckt sich hinter seinem Computer. Er hat Angst, es ihr sowieso nicht recht machen zu können. Also tut er immer weniger.

WAS DIESE BEZIEHUNGSPROBLEME VEREINT

Ich könnte endlos weitermachen.

Aber ich denke diese 4 Beispiele reichen an der Stelle, um den Stellenwert einer emotionalen Verbindung im Alltag von Beziehungsproblemen zu verdeutlichen.

Auf den ersten Blick geht es vielleicht um den Haushalt, den tristen Alltag oder die nachlassende Lust am Sex, aber die dahinter schlummernde Angst ist in allen Fällen die gleiche: die verlorene Verbindung und der klägliche Schrei nach Liebe.

Ihr seid emotional so aufgeladen und frustriert darüber, dass jeder kleine Hinweis, jede Mini-Gestik oder Mimik im Drama endet. Dein bester Freund und Seelenverwandter wird plötzlich zum Erzfeind. Es entsteht ein ich gegen dich. Das „wir“ verschwindet.

# LESETIPP:
Toxische Beziehung vs. Beziehungskrise 
10 kleine, aber feine Unterschiede

Gut zu erkennen ist das Drama um die fehlende emotionale Nähe auch, wenn sich Beziehungsprobleme auf allen Ebenen ergeben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich damals bei allen 4 oben beschriebenen Beziehungsproblemen ein Haken setzen konnte. 

Es gab nicht nur ein Anzeichen, dass uns die fehlende Verbindung abhandengekommen ist ... sondern ein ganzes Hupkonzert. 

Der Schlüssel zur Lösung vieler Beziehungsprobleme ist daher folgender: Emotional wieder zueinander zu finden

BEZIEHUNGSPROBLEME LÖSEN: 
EMOTIONALE BINDUNG UND SICHERHEIT AUFBAUEN

beziehungsprobleme nähe aufbauen

Um euch wieder emotional anzunähern, muss folgendes in euren Köpfen passieren:

Die Einstellung „ich vs. du“ muss in „wir vs. das Problem (die fehlende Verbindung)“ verwandelt werden. Ihr müsst wieder zu Verbündeten werden, die an einem Strang ziehen. 

Die Vorstellung von, „er ist die Gefahr, warum ich die Liebe nicht bekomme“ sollte zu einer „er ist mein bester Freund und tut sein Bestes, um mir die Liebe, die ich will, zu schenken“ werden. 

Um dahin zu kommen, kannst du diese konkreten Dinge ab heute tun:

# 1: Positive Erfahrungen machen

beziehungsprobleme lösen positive Erlebnisse

Ein Weg, wieder zu einander zu finden: Indem ihr positive Erfahrungen miteinander macht. Und wieder Vertrauen in euch beide als Team schöpft. 

Habt ihr wieder Spaß zusammen und könnt gemeinsam lachen, fangt ihr an, die Zweisamkeit wieder als Lebensfreude und sichere Zone zu erleben. Der Partner wird wieder als eine lebensbereichernde Freudenquelle wahrgenommen. Und das stärkt euer emotionales Band.    

Mache daher eine Liste mit Dingen und Aktivitäten, die euch beiden immer sehr viel Spaß gemacht haben.

Vielleicht gab es aber auch Dinge, von denen ihr immer nur geschwärmt, aber noch nie gemeinsam ausprobiert habt? Dann weißt du ja, was du zu tun hast.

Ich selbst habe erlebt, wie kraftvoll diese kleinen Dinge sind, um die verlorene Freundschaft und Nähe wiederherzustellen. Das waren unbezahlbare Momente, die uns Hoffnung schenkten wie nichts anderes.

5 andere Wege, eine emotionale Verbindung aufzubauen, findest du hier:

HEIßT ES, ICH SOLL MEINE BEZIEHUNGSPROBLEME EINFACH IGNORIEREN UND SIE MIT MAGIC MOMENTS ERSETZEN? ✨🤩✨

Positive Erfahrungen zu zweit können euch gerade jetzt die nötige Hoffnung und die Kraft spenden, euch mit den Schattenseiten eurer Beziehungsprobleme (voll von Sorgen, Ängsten und Wünschen) zu beschäftigen. 

Aber sie alleine sind leider nicht ausreichend, um eure Beziehungsprobleme  zu lösen und eure Beziehungskrise hinter euch zu lassen. Dafür braucht ihr noch Schritt 2:
 

# 2: Beziehungsmuster & Ängste Erkennen und Kommunizieren

Warum wirst du fordernd, wenn er sich distanziert? Wovor hast du Angst? 

Zum Beispiel davor, von ihm nicht geliebt zu werden. Dir fehlt seine Wertschätzung. Und du hast Angst, "needy" rüberzukommen. Also verschweigst du es lieber, hältst es solange aus bis du nicht mehr kannst und explodierst irgendwann oder wirst fordernd. 

Hättest du dein Beziehungsmuster (fordernd zu werden) und die dahinterstehende Angst (nicht geliebt zu werden) erkannt und dich verletzlich genug gezeigt, ihm genau das zu kommunizieren, hätte er dir die Liebe, nach der du dich sehnst, geben können.

Warum distanziert er sich, wenn du fordernd wirst? Wovor hat er Angst?

Zum Beispiel davor, ein Versager in deinen Augen zu sein. Er ist verzweifelt darüber, dass er dich nicht glücklich stellen kann. Bevor er alles nur noch schlimmer macht, zieht er sich lieber zurück. 

Hätte er sein Beziehungsmuster (sich zu distanzieren) und seine Angst (nicht gut genug zu sein) erkannt und den Mut gehabt, dir genau das mitzuteilen, wärst du ihm gegenüber nicht fordernd geworden. 

Darin liegt die wahre Magie, Beziehungsprobleme zu lösen!

KRISTINA, ABER WARTE MAL ... JETZT BIN ICH TOTAL VERWIRRT. ALSO IST KOMMUNIKATION DOCH WICHTIG?!?

Ich danke dir für die Frage.

Sie ist super wichtig. Denn mit ihr schließt sich der Kreis: 

Eine gute Kommunikation kann als Werkzeug, sobald du das Problem erkannt hast, super hilfreich sein. Zum Beispiel, um deine Ängste und Wünsche zu kommunizieren. Aber dir das Werkzeug in die Hand zu drücken und zu erwarten, dass du dein Problem löst, ohne zu wissen, worin das eigentliche Problem liegt, ist sinnlos.

von Herz zu Herz 

deine Kristina


PS.: Der Artikel ist meine kleine Rebellion gegen gängige Lösungsansätze von Beziehungsproblemen, die viel zu viele Paare ihre Beziehung täglich kosten. Schließ dich mir an und teile den Artikel kräftig:

2 Kommentare
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2 Kommentare

  • Lisa

    Interessanter Artikel, Danke, da hatte ich am Lesen echt Spaß.
    Deiner Behauptung, nur wer Beziehungsprobleme hat, lese deine Artikel, muss ich widersprechen. Das muss nicht zwingend so sein. 🙂
    Übrigens, was du im Artikel als „unlösbare Beziehungsprobleme“ bezeichnest, würde ich eher als Schwächen des Gegenübers sehen. Jeder hat sie und in einer Beziehung gehört es immer dazu den Partner als „Ganzes“ zu akzeptieren und ihn so zu lieben wie er ist.

  • Kristina

    Liebe Lisa,

    vielen Dank für das Kompliment. Nehme ich gerne an und freue mich darüber, dass er dir Freude bereitet hat.

    Es freut mich natürlich umso mehr, wenn ich auch Leserinnen anziehe, die nicht Hals über Kopf in einer Beziehungskrise stecken. 🙂 Ich denke, eine Beziehung (egal wie gut sie ist) lässt sich immer vertiefen. Daher: Toll, dass du hier bist! <3

    Ich danke dir für die Ergänzung bzgl. Schwächen. Akzeptanz für den Partner inkl. all seiner Ecken und Kanten ist eine wichtige Grundlage für jede glückliche Beziehung.

    Aber ich glaube auch, dass manchmal einfach unterschiedliche Persönlichkeiten & Träume dahinter stecken können, die nicht unbedingt eine Schwäche darstellen. Zum Beispiel: Du willst dich sesshaft machen, dein Partner will mit seinem 70-Liter-Backpack um die Welt reisen. Oder: Er möchte am liebsten fünf Mal am Tag Sex, für dich reicht Sex einmal die Woche.

    Liebe Grüße
    deine Kristina

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