Er distanziert sich – 5 ½ Fallen, in die wir Frauen häufig tappen

Er distanziert sich – die Höhle als Zufluchtsort

Die Höhlen-Momente.

Kennst du sie auch?

Kürzlich fiel mir wieder der Bestseller „Men are from Mars, Women are from Venus“ von John Gray in die Hand. Ich blätterte darin und blieb beim Kapitel „Die Höhle als Zufluchtsort“ stehen.

Mein Gedankenkarussell versetzte mich zurück in die Zeit, in der meine Beziehungskrise ihren Anfang nahm.


Alles schien perfekt.

Mein Partner unterstützte mich, wo er nur konnte. Stundenlang würde er an einem Programm basteln, um mir bei meiner Studienabschlussarbeit zu helfen. Am Morgen würde er mir Frühstück machen und meinen frisch-duftenden Kaffee aufkochen. Und abends würde er für uns etwas Leckeres zaubern, damit ich die Zeit für meine Masterarbeit nutzen kann.

Da gab es manchmal aber auch weniger perfekte Seiten an ihm.

Diese Momente, in denen ich einfach nur seine ungeteilte Aufmerksamkeit wünschte, er jedoch mehr und mehr an seinem Handy klebte. *zum-Haare-raufen*

Oder sein Unterlassen von schönen Dingen, die er früher immer für mich tat.

# Zum Beispiel, eng aneinander geschmiegt, mit mir gemeinsam einzuschlafen.

# Oder mich mit einem guten-Morgen-Kuss zu begrüßen. *seufz*

Am schlimmsten war es allerdings, wenn es zu einem Streit kam. Anstatt mit mir über das Problem zu sprechen und gemeinsam zu einer Lösung zu finden, würde er sich zurückziehen. Oder wie John Gray es beschreibt: in seiner Höhle verschwinden.

Ich war frustriert.

Und vielleicht bist du es auch?

Ursachen für die emotionale Distanz

emotionaler Schmerz Distanz

Um die Situation zu entschärfen, kann es manchmal bereits helfen, sich über mögliche Ursachen seines distanzierten Verhaltens klar zu werden.

Männer sind vom Mars – Frauen sind vom Venus

Ich möchte das Problem nicht allein auf unser Geschlecht reduzieren. Nachdem sich jedoch viele der vermeintlichen Vorurteile in meiner Partnerschaft bestätigt haben, komme ich zu dem Entschluss, dass es sehr wohl Unterschiede bzw. geschlechtsspezifische Muster gibt, die absolut nicht kleinzureden sind. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.

John Gray, einer der bekanntesten Autoren auf dem Gebiet „Beziehung“, kommt ebenfalls zu dieser Meinung.

In seinem Bestseller verdeutlicht er, wie unterschiedlich Männer und Frauen ticken. Mich erstaunt vor allem, wie verschieden sie mit dem Ausdruck von (verletzten) Gefühlen umgehen:

„Eine der großen Herausforderungen für jeden Mann ist es, eine Frau richtig zu verstehen und zu unterstützen, wenn sie über ihre Gefühle spricht.

Die größte Herausforderung für die Frau ist es, einen Mann richtig zu interpretieren und zu unterstützen, wenn er nicht spricht.“
(John Gray in „Men are from Mars, Women are from Venus“)

Allein das Wissen von unseren verschiedenen Herangehensweisen, hätte mir damals wahrscheinlich sehr viel Leid erspart.

Verbitterung über nicht erfüllte Erwartungen

Auf dem Weg von der Verliebtheitsphase in die Realität, erleben Paare nicht selten „böse“ Überraschungen.

Wahrscheinlich kennst du das:

Zu Beginn hast du deinen Partner im großen Maße geschätzt. Er schien einfach alle Qualitäten für einen perfekten Mann mitzubringen.

Traumpartner Eigenschaften

Und du hast dich oft sogar gefragt, wie um alles in der Welt du diesen Traumprinzen nur verdient hast. Oder?

Und wie sieht es heute aus?

Ist er noch der Prinz Charming, der er einst für dich war?

Oder kamen immer mehr Schönheitsmakel zum Vorschein, die der Illusion des Traumprinzen einen bitteren Beigeschmack verpassten? Wahrscheinlich waren sie auch vorher da, du hast sie nur allzu gerne übersehen.

So ging es mir zumindest.

Mit jeder unerfüllten Erwartung an meinen Prinz Charming stieg mein Groll.

Es gab Phasen, in denen ich mich ertappen musste, wie verbittert ich ihm gegenüber war. Dafür, dass er nicht mehr so ist, wie er zu Beginn war.

Ich dachte, er hat sich verändert.

Die Wahrheit ist: Wir haben uns beide verändert. Wir legten unsere rosa-rote-Brillen ab.

Mein Groll stieg nicht täglich, sondern stündlich. Zumindest fühlte es sich so an.

Und sein Ausweg war die Flucht: die Höhle. Seine Flucht verursachte einen größeren Schmerz in mir, was ihn wiederum noch stärker von mir wegstoß.

Ein Teufelskreis.

Das ging solange, bis er irgendwann überhaupt nicht aus seiner Höhle herauskam.

Da wusste ich, so kann es nicht mehr weitergehen.

Verzweifelte Lösungswege, die ihn mehr wegstoßen als näher bringen

In meiner Verzweiflung fing ich an, Dinge zu tun, die noch mehr Schaden anrichteten.

All diese Fallen, in die ich getappt bin, möchte ich dir nicht vorenthalten. Damit dir nicht das Gleiche passiert, meine Liebe.

5 ½ Fallen, in die ich getappt bin

# 1: Gedankenkarussell zulassen.

Gedankenkarussell emotionale Distanz

Einer meiner anfänglichen Fehler war es, zu viel in seine „kurzweiligen“ Ausflüge zur Höhle zu interpretieren.

Als klassischer Overthinker malte ich mir sofort Szenarien aus, was wohl in seinem Kopf vorgeht. Habe ich etwas falsch gemacht? Ist er sauer auf mich? Warum ist er bloß so still?

Dabei hat seine Stille oft nicht im Geringsten etwas mit mir zu tun gehabt. Sondern mit seinem Wunsch, ab und zu die Dinge für sich selbst zu sortieren.

Gebe ihm die Zeit für sich und er kommt wieder von allein zurück.

Männer sind wie Gummibänder. Wenn sie sich entfernen, gehen sie nur eine bestimmte Strecke weit und kommen dann mit Schwung wieder zurück. (John Gray)

Daher ist es wichtig, diese kurzweilige Abwesenheit von einer langanhaltenden Distanz zu unterscheiden. Gedanken solltest du dir erst bei der letzteren machen.

In allen anderen Fällen heißt es: Why worry

# 2: Ihm Vorwürfe für seine emotionale Abwesenheit machen.

Gandhi sich beschweren emotionale Distanz

„Früher sind wir gemeinsam schlafen gegangen. Warum musst du in letzter Zeit immer so lange bis in die Nacht arbeiten? Du weißt doch, dass ich morgens früh aufwachen muss.“

„Warum bist du immer so still, wenn ich über unser Problem sprechen möchte? Kannst du dein Handy nicht mal für fünf Minuten beiseitelegen? Es geht hier schließlich um UNS!!!“

Das alles waren hoffnungslose Hilfeschreie, meinen Partner zu motivieren, mir mehr Aufmerksamkeit zu schenken bzw. sein Schweigen zu brechen.

Gescheitert bin ich daran. Grandiös.

Wie Gandhi sagt, sich über ihn zu beschweren oder ihm Vorwürfe zu machen, wird dich nirgendwohin bringen. Es wird alles nur viel schlimmer machen.

# 3: Wachsende Distanz einfach ignorieren.

Probleme ignorieren Huxley Distanz

Vielleicht könnte man dann auf die Idee kommen, die fehlende emotionale Nähe komplett zu ignorieren?

Genau das tat ich – vor lauter Ratlosigkeit. Insgeheim hoffte ich, all unsere Probleme würden sich irgendwann von ganz alleine lösen.

Ein Wunschdenken. Oh, welch ein Wunder.

Meine verletzten Gefühle zu unterdrücken und so zu tun, als ob alles in bester Ordnung wäre, war letztendlich das, was das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Irgendwann mündete es nur noch in:

# 4: Drama, Baby, Drama!

Bruce Darnell Drama Baby Drama emotional

Mich hat das alles so fertig gemacht, dass ich immer wieder in verzweifelten, nach-Liebe-ringenden Tränenausbrüchen geendet bin.

Das sah in etwa so aus: „Früher hast du mir noch liebevolle Kosenamen gegeben. Die habe ich schon ewig nicht mehr aus deinem Mund gehört!“

Manchmal rollten mir auch einfach Tränen über die Wangen, während wir schweigend nebeneinander saßen und emotional, gefühlt, Lichtjahre voneinander entfernt waren. Er bemerkte meine Tränen natürlich, traute sich aber irgendwann nicht mehr zu fragen, was mit mir los war. Zu groß der Schmerz, er könnte keine Lösung für uns finden.

Bekommen habe ich natürlich nicht das, was ich wollte!

# 5: Noch mehr für ihn machen.

Mutterkomplex Mutterrolle emotionale Distanz

Einer der beliebten Fehler, die wir Frauen machen, um die Liebe und Nähe unseres Liebsten zu bekommen:

Noch mehr für ihn tun. Soo viel, dass wir dabei nicht selten in die Mutter-Rollen-Falle tappen.

Erwischst du dich auch manchmal dabei? Dann solltest unbedingt diesen Beitrag lesen:

# Lesetipp: Geliebte vs. zweite Mama – Wer bist du?

Im Grunde ist nichts daran verkehrt, zu geben. Wenn du ohne Erwartungen gibst.

In der Regel erwartest du aber häufig etwas zurück. Es ist also eher ein „Geben um zu Empfangen“. Und wenn die Liebe, die du dir dadurch erhoffst, nicht erwidert wird, bist du verbitterter als vorher.

Ich war es zumindest.

Diese Verbitterung ging an meinem Partner natürlich nicht vorüber. Er kannte mich inzwischen viel zu gut. Selbst dann, wenn ich meinen Frust nicht wie in Punkt # 2 oder # 4 zum Ausdruck gebracht habe.

Und bäääm. Da war ich wieder. Meilenweit entfernt von ihm. 🙁 <img class=

# 5 ½: „Früher!“

früher war alles besser emotionale Distanz

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Am besten streichst du das Wort „früher“ ein für alle Mal aus deinem Vokabular.

Bitte fokussiere dich nicht darauf, die Situation von heute mit der von gestern abzugleichen. Nutze deine Energie, um das, wonach dein zartes Herz sich sehnt, heute zu kreieren und zukünftig zu erhalten. 

Wie?

Das verrate ich dir im nächsten Artikel, Liebes!

Uuuuund … in meinen Liebeskompass-Emails. Melde dich gleich unten an, dann verpasst du nichts! Dort kannst du dir auch meinen Kommunikationsguide abholen.

von Herz zu Herz

deine Kristina

In welche der Fallen bist du bereits getappt? Und was hat dir geholfen, es beim nächsten Mal anders zu machen? 


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5 Geheimnisse einer gelungenen Kommunikation – wieder gehört und verstanden werden.

6 Comments
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14. September 2019

6 Comments

  • Sarah

    Ein sehr schöner Beitrag mit hilfreichen Tipps. Es tut mit Leid dass du solchem Schmerz durchmachen musstest und bin stolz auf dich, dass du daraus eine ganze Menge gelernt hast und mit diesem Know-How uns Frauen weiterhilfst, um uns das Leid zu ersparen oder falls geschehen, da heraus zu helfen und nicht zu resignieren. Danke, du kleiner Engel ❤

    • Kristina

      Liebe Sarah,
      ich danke dir für die lieben Worte. 😍
      Und drücke dich.

      Liebe Grüße
      Kristina

  • Larissa

    Ein super Beitrag!
    Ich war sehr auf den 1/2 Tipp gespannt und ich finde in den Kriesensituationen sollte man tatsächlich das Wort „früher“ sein lassen. Danke für diesen Tipp! Vielleicht kann man es in einer guten Phase wieder einführen um in schönen Erinnerungen zu schweben..und das eher bezogen auf Erlebnisse und nicht die Charakterzüge.

    • Kristina

      Liebsten Dank, Larissa.
      Da hast du natürlich recht! In früheren (positiven!) Erinnerungen gemeinsam schwelgen, kann super heilend sein.

      Danke dür die Ergänzung, Liebes. 👍❤

  • Lenusik

    Interessant…In diesen Fallen kann sich bestimmt jede Frau hier und da wiedererkennen. Mein „Favorit“ ist die Falle Nummer 1… Wir Frauen neigen dazu, in gewisse Dinge bzw. Situationen zu viel rein zu interpretieren.

    • Kristina

      Kenne ich zu gut!

      Herzliche Grüße
      Kristina

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